Ist Website-Technik auf deutsch wirklich sexy?

Wie die Webseite internetworld.de am Mittwoch berichtete, ist ein neues Webdesign-Magazin in Printform auf dem Markt erschienen und hat ambitionierte Ziele: Weave. Warum aber in Form eines Print-Magazins und nicht in Form eines Online-Angebotes? Insbesondere in einer Zeit, in der namhafte Zeitungen und Magazine unter dem Druck von Online-Angeboten die Flügel strecken. Im Interview mit der Publisherin Gabriele Gründer verrät diese die Überlegungen, die hinter diesem, in meinen Augen, mutigen Schritt stehen.

Auf die Frage, wieso nun ein Printmedium für die Online-Branche des Webdesigns gewählt wurde, führt Frau Gründer auf, dass die Online Angebote viel zu schnelllebig sind, dass der Konsumenten, in unserem Fall der Webdesigner, den Überblick behält. Aufgabe des Printmagazins sei es, laut Gründer, einen Filter vorzuschalten und im Vorfeld irrelevante Dinge herauszunehmen.  Problem des Printmediums ist und bleibt die mangelnde zeitliche Flexibilität auf kürzeste Trends zu reagieren. Während Online-Angebote sehr schnell auf solche Trends reagieren können, muss das Printmedium auf den nächsten Erscheinungstermin warten. Was das bedeutet, wird im Fall des Tageszeitungsgeschäft deutlich: Noch bevor eine Nachricht in der Zeitung erscheint, kann man diese im Internet lesen. Viele Zeitungen, Fernseh- und Radiosender beziehen sich mittlerweile immer häufiger auf Meldung aus branchenbezogenen Online-Nachrichtendiensten. Da scheint der Ansatz von Weave grundlegend falsch zu sein. Es ist nur eine Frage der Zeit bis ein Artikel der Zeitschrift kurz nach Drucklegung schon wieder veraltet ist. Dann ist wohl auch Weave gezwungen, auf seiner Webseite nachzubessern.

Die Gründung eines deutschsprachigen Web-Magazins ist grundsätzlich keine schlechte Idee. Auch wenn schon lange englische Magazine auch im Printbereich das Feld abgrasen. Allerdings scheint der Zeitpunkt der Veröffentlichung stark verspätet. Gerade Webdesigner und Webentwickler werden sich hauptsächlich via Internet fort- bzw. weiterbilden und Netzwerke pflegen, und das nicht nur aus Gründen der Kosten. Als Web Designer fordere ich von einem Medium die Möglichkeit von Interaktion.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Magazin gut startet, allen Unkenrufen meinerseits zum Trotz. Neugierig auf den Inhalt bin ich dennoch, insbesondere bei der internationalen Gemengelage der Autoren der ersten Ausgabe.

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